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Das Graduierungssystem im Taekwondo

Innerhalb des traditionellen Taekwondo gibt es ein Gürtelsystem für Schüler und Meister. Die Schülerstufen werden Kup genannt, die Meistergrade heißen Dan. Dieses System dient der Einteilung beim Training, sowie in die verschiedenen Klassen bei Meisterschaften. Gleichzeitig übt jede Farbe eine entsprechende Ausstrahlung auf den Schüler aus und verpflichtet ihn dadurch auch seiner Graduierung gerecht zu werden.

Um nun Stufe für Stufe weiterzukommen und den dafür entsprechenden farbigen Gürtel tragen zu dürfen, muß der Schüler das für die einzelnen Stufen erforderliche Können vorweisen. Dazu legt er in gewissen Zeitabständen eine Prüfung ab. Bei Bestehen der Prüfung bestätigt eine Urkunde, der Eintrag in den Verbandspaß, sowie der neue entsprechende farbige Gürtel den Eintritt in die nächste Stufe. Die Zeitabstände zwischen den einzelnen Prüfungen betragen, je nach Gürtelfarbe, zwischen etwa vier und zwölf Monaten.

Voraussetzung hierfür ist ein regelmäßiges, wöchentliches Training von mindestens drei Stunden. Die Trainingszeit zwischen der höchsten Schülerstufe (1. Kup) und dem niedrigsten Meistergrad (1. Dan) liegt bei einem Jahr. So sind zum Erreichen des 1. Meistergades, bei beständig günstigem Trainingsfortschritt, ca. fünf Jahre erforderlich.

Jeder Anfänger beginnt mit dem 10. Kup (dies ist die unterste Schülerstufe), der 1. Kup dagegen steht vor dem 1. Dan (Meistergrad). Jeweils zwei Kup-Graduierungen werden durch eine andere Gürtelfarbe bezeichnet. Die verschiedenfarbigen Gürtel zeigen die Entwicklung des Schülers und stehen symbolisch gesehen für die vier Jahreszeiten.

 

Daher steht weiß für den Anfänger, den Unwissenden und symbolisiert die Farbe des Winters. Im Winter läßt die Natur alle Äußerlichkeiten fallen und sammelt innerlich viel Kraft, um im Frühjahr neues Leben hervorzubringen.
 

Gelb symbolisiert den im Winter vorbereiteten Erdboden, der einmal Früchte tragen soll. Der Träger dieser Farbe hat also die Grundlagen für das spätere Wachstum (Erfolg) schon geschaffen.
 

Grün, die Farbe des Frühlings und des Wachstums, zeigt, daß bereits erste Knospen (kleine Erfolge) sichtbar sind. Der Träger dieser Farbe hat schon aufsteigendes Leben aus den Grundlagen hervorgebracht.
 

Blau deutet auf die Farbe
und Weite des Himmels hin und zeigt an, daß neben der körperlichen auch eine geistige Entwicklung (Horizonterweiterung) stattgefunden hat, die letztendlich auch zu Höherem befähigt.
 

Die Signalfarbe Rot bedeutet „Achtung“, hier entsteht etwas Bedeutendes. Etwas Großes ist in Vorbereitung. Es ist die Farbe der Sonne und des Sommers, der Zeit des Blühens und des Reifens. Wie im Sommer sind die Früchte schon zu sehen, sie müssen aber noch reifen. Der Träger dieser Farbe hält den höchsten Schülergrad.
 

Das Schwarz des Meisters steht für die Farbe des Herbstes, die Zeit der Reife und der Ernte. Sie schließt alle Farben in sich ein und verpflichtet den Träger der Achtung und dem Respekt seiner Schüler gerecht zu werden.
 

Die Meistergrade sind aufsteigend nummeriert. Die Träger des 1. bis 4. Dan werden Meister, die Träger des 5. bis 9. Dan Großmeister genannt. Nach außen hin ist der Dan-Grad im Traditionellen Taekwondo nicht am Gürtel oder der Kleidung erkennbar. Er sollte aber in den Leistungen und im Ansehen seines Trägers sichtbar werden.

Das Ablegen einer Technischen Prüfung für eine Dan-Graduierung wird in den einzelnen Verbänden unterschiedlich gehandhabt. Es gibt Verbände, die bereits den 3. Dan verleihen. Für mich absolut unverständlich, da es sich bei diesem Dan um einen Leistungsgrad handelt. Wenn die körperlichen Voraussetzungen also gegeben sind, kann, nein muss eine Technische Prüfung stattfinden.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass bis zum 7. Dan, körperliche Eignung vorausgesetzt, grundsätzlich eine technische Prüfung abgelegt werden sollte. Ein Dan-Grad muss verdient sein. Wenn ein Tollyo-Chagi nicht mehr zum Kopf gekickt werden kann, dann ist dies bei einem 60 bis 70-jährigen Prüfling absolut zu akzeptieren. Wobei ich persönlich einige Personen kenne, die dazu noch problemlos in der Lage sind. Die Frage ist oftmals nur, ab welchem Dan-Grad ein sogenannter Meister es nicht mehr nötig hat zu trainieren.

Eine Dan-Vorbereitung ist ein toller Anlass, sich wieder einmal neue und vielleicht auch höhere Ziele zu setzen. Und wenn man dann bei der Prüfung nur einer von vielen ist, vergisst man oftmals sein Alter. Dann zählt die Leistung und man ist dazu bereit, letztendlich alles zu geben. Und die Prüfungsinhalte sind es, Hyong, Ilbo oder Hosinsul, die es so gut es eben geht, zu zeigen gilt, nicht die Urkunde oder der Eintrag in den Sportpass. Es ist einfach ein tolles Erlebnis, sich selbst, aber auch den anderen zu beweisen, dass man noch dazu in der Lage ist mitzumachen. Und oftmals sieht es bei den alten Damen und Herren auch noch richtig gut aus!

 
 
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